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Inventar archivalischer Quellen zur Geschichte des deutschen Buchhandels und Verlagswesens im 19. und 20. Jahrhundert

Buchhandelsgeschichtliche Quellen

Das Projekt im Überblick

+ Förderung
+ Projektziel
+ Zielgruppe
+ Gegenstand
+ Methodisches Vorgehen
+ Erfassungszeitraum
+ Ergebnisse
+ Projektorganisation, Mitarbeiter
+ Technische Angaben

Ausgewertete Archive im Überblick

Dokument im PDF FormatArchive nach Archivtyp und Archivsitz; Archive nach Bundesland, Archivtyp und Archivsitz
(als PDF-Datei)

Benutzungshinweise

Suche über
+ Register
+ Multiregistersuche
+ Volltextsuche

Es werden drei Suchmodi angeboten:

Die einfache Registersuche gestattet die Recherche nach einem Registerbegriff.
Bei der Multiregistersuche (kombinierten Recherche) können Begriffe aus allen zur Verfügung stehenden Registern zu einer Suchanfrage verknüpft werden.
Die Volltextsuche ergänzt die einfache Registersuche und die kombinierte Recherche. Sie bietet Hilfe, wenn mittels der anderen Suchmodi kein Ergebnis erzielt werden konnte.

Das Projekt im Überblick

Förderung

Das Projekt "Inventar archivalischer Quellen zur Geschichte des deutschen Buchhandels und Verlagswesens im 19. und 20. Jahrhundert" wurde innerhalb des Programms "Erschließung buch- und bibliotheksgeschichtlicher Quellenbestände" von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels e. V. beteiligte sich durch Übernahme von Reisekosten der Projektbereiche Nord und Süd an der Finanzierung. Die online-Verfügbarkeit wurde gleichfalls von der Deutschen Forschungsgemeinschaft im Programm "Überregionale Erschließungsvorhaben der Archive" gefördert.

Projektziel

Ziel des Projektes war die Erarbeitung eines Gesamtverzeichnisses, das einen Nachweis der in den deutschen Archiven vorhandenen themenrelevanten Quellen liefert. Beabsichtigt war,

Zielgruppe

Das Inventar soll in erster Linie der buchgeschichtlichen Forschung einen Überblick über die Quellenlage für allgemeine und spezielle Untersuchungen zur Verlags- und Buchhandelsgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts verschaffen. Insbesondere die Historische Kommission des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels hat dieses Desiderat mehrfach benannt. Darüber hinaus bietet das Inventar einer Reihe anderer Disziplinen Zugriff auf Archivbestände für Forschungsvorhaben der politischen Geschichte ebenso wie der Literatur-, Kultur-, Wirtschafts- und Rechtsgeschichte. Firmen-, familien- und personengeschichtliche Vorhaben finden ebenfalls Ansatzpunkte.
Das Inventar richtet sich an Archivbenutzer mit Grundkenntnissen des Archivwesens und archivischer Erschließung.

Gegenstand

Ausgewertet wurden alle erreichbaren archivalischen Quellen zur Buchhandels- und Verlagsgeschichte im umfassenden Sinn mit allen sachlichen Querverbindungen zur Kultur-, Wirtschafts-, Rechts- und Literaturgeschichte. Auch Randgebiete wie Leihbibliotheken, Lesezirkel, Zensur sowie der Themenbereich Presse wurden in das Erschließungskonzept aufgenommen.
Nicht berücksichtigt wurden die Bereiche Druckindustrie und Bibliothekswesen.

Methodisches Vorgehen

Ausgewertete Archive
1. Allgemeines

Die Recherche erstreckte sich auf alle staatlichen, auf ausgewählte kommunale und auf die kirchlichen Archive der obersten Verwaltungsebene. Pfarrarchive wurden partiell aufgenommen, sofern ihre Findmittel als Deposita im jeweils auszuwertenden Archiv zur Verfügung standen.
Andere öffentlich zugängliche Bestände in Archiven, die nicht zu den oben beschriebenen Archivtypen gehören, in Bibliotheken und in Museen waren nicht Gegenstand des Projekts (z. B. das Deutsche Literaturarchiv Marbach, das Historische Archiv des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels).

2. Bundesarchiv

Hier wurden nur die Standorte in Berlin und Koblenz berücksichtigt.
Der ab 1996 erfolgte Umzug nach Berlin-Lichterfelde zog massive Veränderungen in der Tektonik und in den Signaturen nach sich. Die vor dieser Zeit bereits aufgenommenen Daten wurden größtenteils korrigiert. Der Benutzer muss jedoch die noch nicht abgeschlossene Neuordnung des Archivs berücksichtigen.

3. Staatliche Archive

Es wurden alle staatlichen Archive ausgewertet. Die Recherche fand generell "vor Ort" durch die Projektmitarbeiter statt.
Viele staatliche Archive, z. B. die thüringischen, das LHA Schwerin oder das Generallandesarchiv Karlsruhe erarbeiteten neue Bestandsübersichten. Die Veränderungen in Tektonik und Signaturgebung wurden nachträglich berücksichtigt, soweit dies im Rahmen der Projektzeit zu leisten war.

4. Kommunale Archive

Die kommunalen Archive stellen die Mehrzahl der in das Inventar aufgenommenen Archive. Zunächst wurden alle Archive schriftlich nach dem Vorhandensein von relevanten Beständen befragt. Eigene Recherchen "vor Ort" wurden aus zeitlichen Gründen bei ca. einem Drittel der auszuwertenden Archive vorgenommen. Weitere Angaben wurden auf der Grundlage der von den Archiven auf Anfrage selbst zusammengestellten Inventare übernommen (ca. 15%).
Etwa 25% der kommunalen Archive gaben an, kein themenrelevantes Material zu besitzen.
Archive, die auf die Befragung nicht reagierten (ca. 30%), wurden nicht weiter berücksichtigt. Die kommunalen Archive in Berlin (Stadtbezirksarchive) wurden nicht in das Erschließungskonzept einbezogen.

5. Kirchenarchive

Grundsätzlich galt der Hauptanteil der Erschließung den Archiven der obersten kirchlichen Verwaltungsebene der evangelischen und der katholischen Kirche. Deposita kirchlicher Archivalien in staatlichen Archiven sind an den entsprechenden Stellen beim jeweiligen Archiv vermerkt.
Aus unterschiedlichen Gründen war nicht in allen kirchlichen Archiven eine Recherche möglich. So befanden sich zum Zeitpunkt der Bearbeitung die Bistumsarchive in Görlitz, Magdeburg, Essen und Schwerin noch in der Aufbauphase.
Pfarrarchive fanden Berücksichtigung, wenn sie in den Archiven der obersten kirchlichen Verwaltungsebene als Deposita vorhanden waren. Ausnahmen wurden z. B. im LKA Dresden oder dem Diözesanarchiv Osnabrück gemacht, wo fast der gesamte Bestand der Generalia im Krieg vernichtet wurde und die fehlende Überlieferung durch die Kirchgemeinden bzw. Pfarrarchive teilweise ausgeglichen werden konnte.
Häufiger als in den staatlichen und kommunalen Archiven sind Aktentitel sehr allgemein und knapp formuliert. Autopsie der Faszikel konnte jedoch nur bedingt vorgenommen werden. Der Benutzer, durch Hinweise des Inventars an die relevanten Bestände herangeführt, muss weiterführend eigene Erfahrungen und Suchstrategien einbringen.
Zu beachten sind die abweichenden Sperrfristen in den Archiven der katholischen Kirche von 40 bzw. von 60 Jahren für bischöfliche Nachlässe und Handakten. Personenbezogene Akten sind hier 30 Jahre nach dem Tod bzw. 120 Jahre nach der Geburt gesperrt. Eine Benutzung ist mit Sondergenehmigungen möglich.
Einige Archive gewährten Einblick in die Findmittel neuerer Bestände, ließen jedoch eine Titelaufnahme auf Grund der Sperrfristen nicht zu. Hinweise auf themenrelevantes Material findet der Benutzer in den Kommentaren zu den entsprechenden Archiven bzw. Beständen.

Ausgewertete BestÄnde
1. Bestände von Verlagen

Schriftgut aus der unmittelbaren Tätigkeit von Verlagen und Buchhandlungen ist, oft auch als Depositum, eher selten. Eine größere Anzahl von derartigen Beständen (ca. 70) verwahrt das Sächsische Staatsarchiv Leipzig.

2. Bestände von Behörden mit Zuständigkeit für Verlage und Buchhandlungen

Grundsätzlich ausgewertet wurden die Ministerien des Innern, des Kultus, der Justiz, des Äußeren und diesen nachgeordnete Behörden. In deren Zuständigkeit gehören beispielsweise alle Zensurvorgänge, beginnend mit dem Erlassen von Gesetzen und Verordnungen, deren Ausführung, ihrer Kontrolle und weiterführenden Maßnahmen.

3. Bestände, die häufig verlags- und buchhandelsgeschichtliche Quellen enthalten

Hier handelt es sich vorwiegend um Provenienzen aus den Bereichen "Handel und Gewerbe". Auch die Handelsregisterakten der Amtsgerichte, deren Einträge die Einrichtung und teilweise den Konkurs regionaler buchhändlerischer Firmen widerspiegeln, wurden berücksichtigt.

4. Bestände zu wirtschaftlichen Belangen von Buchhandel und Verlagswesen

Hier wurden hauptsächlich die Akten der Finanzministerien und der diesen untergeordneten Behörden ausgewertet.

5. Sonstige Bestände

Eine wichtige Quelle stellen Nachlässe von Personen und Organisationen dar. Das Schriftgut von Vereinen, wie von Bibel- oder Borromäusvereinen spielt beim kirchlichen Buchhandel eine grosse Rolle. Sammlungen kamen partiell in Betracht.
Auch Bestände von Behörden wie beispielsweise Forst- oder Landwirtschaftsministerien enthalten themenrelevante Angaben, auf die die Bearbeiter bei der Durchsicht der Findmittel, insbesondere von Spezialinventaren bzw. Registern stießen. Ihr Umfang ist abhängig von der vorgefundenen archivischen Erschließung.

Auswertungskriterien
1. Archivische Findmittel als Grundlage des Inventars

Die Aufnahme der Dokumente erfolgte auf der Basis der jeweiligen archivischen Findmittel. Die Spanne der Findmittel reichte von älteren, handschriftlichen Repertorien über maschinenschriftliche Karteien und Repertorien bis zu neu erstellten, rechnergestützten Findbüchern. Bei neu in ein Archiv übernommenen und noch nicht erschlossenen Beständen können der Erfassung auch Abgabelisten zugrunde liegen.

2. Übernahme des Aktentitels

Grundprinzip der Aktenaufnahme war, den vorgefundenen Aktentitel genau zu übernehmen, einschließlich der vorgefundenen Begrifflichkeit und Orthographie. Diskrepanzen können auftreten bei Neuformulierungen in überarbeiteten Findmitteln bzw. bei Ansicht der Akte, da es sich bei den Findmitteleinträgen oft um verknappte Titel handelt. Oft spiegelt der Eintrag den eigentlichen Akteninhalt nur sehr ungenau wider, teilweise sind themenrelevante Akten nicht über den Aktentitel erkennbar. Hier erhält der Benutzer einen Bearbeiterhinweis im Autopsievermerk auf Faszikelebene.

3. Autopsie als Ausnahmefall

Autopsie erfolgte


4. Angaben zur Aktenlaufzeit

Angaben zur Laufzeit einer Akte sind vermerkt. Das Fehlen in den Findmitteln wurde im Kommentar vermerkt ("o. J.", "o. D." o. ä.). Die Laufzeit kann im letzteren Fall nur durch Autopsie ermittelt werden. Bei Angabe nur eines Datums ist zu beachten, dass damit oft lediglich der Beginn der Laufzeit einer Akte angegeben wird, der behandelte Vorgang sich jedoch auf viele Folgejahre erstrecken kann.

5. Aktualität der erfassten Daten

Angaben zum Zeitpunkt der Recherche im jeweiligen Archiv findet der Benutzer im Kommentar. Die starke Bewegung der letzten Jahre in der Archivlandschaft, besonders in den neuen Bundesländern, ließ manche Angabe bereits während der Laufzeit der Bearbeitung veralten.
Oft führten neue Bestandsübersichten der Archive zu massiven Veränderungen in deren Tektonik und in den Signaturen. Solche Präzisierungen in den Angaben bereits ausgewerteter Archive wurden vorgenommen, soweit dies im Rahmen der Projektzeit zu leisten war.

6. Registerrelevante Angaben der Bearbeiter

Eine inhaltliche Auswertung der aufgenommenen Faszikel durch die Projektbearbeiter erfolgte nach einem für alle Projektbereiche einheitlichen Erschließungskonzept und verbindlichen Erfassungsregeln. Die Daten sind über sechs Register erschlossen, die auch eine kombinierte Suche zulassen. Die Registerbegriffe sind ebenso wie die Aufnahme der Aktentitel quellennah und tragen damit eher Stichwortcharakter. Eine durchgehende Vereinheitlichung oder gar Normierung war nicht vorgesehen.

Erfassungszeitraum

Der zeitliche Rahmen des Inventars erstreckt sich von 1800 bis in die Gegenwart. In einzelnen Fällen sind Akten vor 1800 erfasst worden, wenn inhaltlich zusammenhängende Vorgänge vor diesem Datum einsetzten. Die Akten reichen abhängig von ihrer Verfügbarkeit in den einzelnen Archiven bis zwischen ca. 1952 und 1990.

Ergebnisse
1. Archive

Während der Laufzeit des Gesamtprojektes sind aus den drei beteiligten Projektbereichen 599 Dateien in den Datenpool der in Leipzig vorgehaltenen Rohdaten übernommen worden. Im Datenbestand sind 572 Archive aufgenommen worden aus dem Projektbereich Ost 325, aus dem Projektbereich Süd 202 und aus dem Projektbereich Nord 45. Sie verteilen sich auf die einzelnen Archivtypen wie folgt: Bundesarchiv mit zwei Standorten, 55 Staatsarchive, 297 kommunale Archive, 217 kirchliche Archive.

2. Akten

Das Inventar enthält Daten über ca. 80.000 Faszikel. Die Zahl der themenrelevanten Akten pro Archiv liegt zwischen 1 (z. B. Stadtarchiv Angermünde) und ca. 6000 (Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz).

3. Registereintragungen

Die Information der aufgenommenen Dokumente wurden über sechs Register erschlossen. Sie enthalten Einträge zu

Projektorganisation, Mitarbeiter
1. Laufzeit

Mit einer Umfrage unter staatlichen und kommunalen Archiven zum Vorhandensein buchhandelsgeschichtlicher Quellen startete die Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel bereits 1985 Vorarbeiten zum Projekt. Das Inventar in der nun vorliegenden Form entstand zwischen 1992 und 1999.

2. Projektphasen

Die Erschließungs- und Erfassungsarbeiten umfassten zwei Projektphasen:

Projektphase I: Staatliche und kommunale Archive
Archive Projektbereich Zeit
Staatliche und kommunale Archive Nord 19891990
19911992
Kommunale Archive Nord 19951996
Staatliche und kommunale Archive Süd 19921995
Staatliche Archive (Abschlussbearbeitung des Projektbereiches Nord) Süd 19971998
Staatliche und kommunale Archive Ost 19921995
Staatliche Archive (Abschlussbearbeitung des Projektbereiches Nord) Ost 19971998

Projektphase II: Kirchliche Archive
Projektbereich Zeit
Süd 1995-1997
Ost 1995-1997

3. WWW-Informationssystem

In einem neuen, anschließenden Projekt, ebenfalls von der DFG gefördert, ging es um die "Einrichtung eines WWW-Informationssystems zu einem sachthematischen Inventar archivalischer Quellen zur Geschichte des deutschen Buchhandels und Verlagswesens im 19. und 20. Jahrhundert".

Projektträger Projektmitarbeiter Projektlaufzeit Technische Umsetzung
Die Deutsche Bibliothek/Deutsche Bücherei Leipzig/Deutsches Buch- und Schriftmuseum Dr. Angelika Monden Jacqueline Fischer 19992000 19992001 SQL Gesellschaft für Datenverarbeitung mbH Dresden

4. Erfassung: Aufgabenverteilung und Mitarbeiter

Projektbereich Archivtyp Bundesland
Nord Kommunale Archive Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Hamburg, Bremen
Ost Kommunale Archive Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Sachsen, Thüringen
Ost Staatliche Archive Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Sachsen, Thüringen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Hessen
Ost Kirchliche Archive Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Sachsen, Thüringen, Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz
Süd Kommunale Archive Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz, Saarland
Süd Staatliche Archive Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz, Saarland, Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Hamburg, Bremen
Süd Kirchliche Archive Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Rheinland-Pfalz, Saarland, Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Hamburg, Bremen

Projektteil Projektträger/Standort Projektleiter Projektmitarbeiter
Nord Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel Dr. Erdmann Weyrauch Dr. Renate Decke-Cornill 19891990
Manfred Stulgies-Wirth 19911992
Susanne Fresdorf 19951996
Ost Die Deutsche Bibliothek/Deutsche Bücherei Leipzig/Deutsches Buch- und Schriftmuseum Lothar Poethe Dr. Uwe Müller 19921993
Dr. Elke Schlenkrich 19921993
Esther Ludwig 19951999
Dr. Angelika Monden 19931998
Jacqueline Fischer 19921999
Süd Universität München/Institut für Neuere Geschichte Prof. Dr. Wolfram Siemann Dr. Michaela Breil 19921993
Dr. Alexandra-H. Grünert 19941998
Verena Zimmermann 19951998

5. Projekt-Management und Datenhaltung

Sie lagen seit 1992 beim Projektbereich Ost und wurden von diesem für die gesamte Projektlaufzeit gewährleistet. Die übernommenen Daten aller Projektbereiche sind vom Projektbereich Ost auf formale Vollständigkeit der Erfassung und Übereinstimmung mit den Erfassungsregeln überprüft und korrigiert worden, bzw. gingen zur Klärung an die Bearbeiter zurück. Damit wurden die Daten zur Übernahme in die Datenbank vorbereitet. Das sehr komplexe System des Datenaustauschs und der Datenarchivierung wurde in Leipzig gesteuert, überwacht sowie statistisch fortlaufend dokumentiert. Die aufgenommenen Daten wurden in die Datenbank konvertiert und im Folgeprojekt für die Internet-Präsentation aufbereitet.

6. Datenbankentwicklung

Bei der Konzipierung des Gesamtprojektes wurde die Entwicklung einer buchhistorischen Datenbank als Eigenleistung der DDB/DBL festgeschrieben.

Beteiligte Mitarbeiter Zeit
Dr. Wolfgang Honeit (Referatsleiter Abt. 1 IT)
Matthias Manecke (Sachgebietsleiter Erschließungsorganisation und Datenmanagement, Abt.7 Deutsches Buch- und Schriftmuseum)
19912001
19912001

Technische Angaben

Datenbank
Die Rohdaten wurden als strukturierte Texte erfasst (Word 5.5) und mit einem eigens dazu als DDB/DBL-Eigenleistung entwickelten Konvertierungsprogramm in eine relationale Datenbank (SYBASE ) überführt. Die Rohdaten enthielten bereits HTML-ähnliche Metadaten zur Auszeichnung von registerrelevanten Begriffen. Diese wurden durch das Konvertierungsprogramm automatisch in Registertabellen überführt. Zur Bearbeitung der Daten wurde ebenfalls in Eigenleistung eine Powerbuilder-Applikation entwickelt. Im Gegensatz zur Textform der Rohdaten, die jeweils nur die Sicht auf die Nachweise eines Archivs zuließ, erlaubte sie die Betrachtung der Daten in ihren fachlichen Zusammenhängen. So wurden Korrekturen an den Registern und in den Beständeübersichten in begrenztem Umfang möglich.

WWW-Schnittstelle
Präsentiert wird die Datenbank mit Hilfe einer WWW-Schnittstelle, die im Auftrag der DDB/DBL von der Firma SQL Gesellschaft für Datenverarbeitung mbH Dresden entwickelt wurde (Einsatz: Enterprise Application Server).

Benutzungshinweise

Suche über Register

Inhalt:

Bitte beachten:
Bei Aktentiteln, die schlecht oder gar nicht für die Register aufbereitet werden konnten, fügten die Bearbeiter zusätzliche Registerbegriffe ergänzend hinzu. Diese können für die Recherche verwendet werden, sind aber in der jeweiligen Faszikelbeschreibung nicht sichtbar.
Beispiel: StA Hamburg, 612-515, III 1-2: Korrespondenz mit Privatpersonen. Dieses Faszikel ist über die Körperschaft "Verband deutscher Journalisten- und Schriftstellervereine" erschlossen.


Vorgehensweise:

Personen
Individualisierende Angaben wie Wirkungsorte oder Berufe, wenn aus den archivischen Findmitteln ersichtlich, wurden in die Registerzeile übernommen, um gleichnamige Personen zu unterscheiden. Handelt es sich dabei um Berufe oder Wirkungsorte, so können diese Personen auch über die jeweiligen Einträge im Register der Sachstichworte (Beruf) bzw. im Register der Geographika (Wirkungsort) gefunden werden. Ist eine Person in mehreren Namensformen in den Findhilfsmitteln der Archive verzeichnet (z. B. Pseudonym und eigentlicher Name), so ist über alle Namensformen der Zugriff auf alle relevanten Einträge möglich. So erscheint bei Recherche nach Zetkin, Clara im rechten Frame der eigentliche Name: Zundel, Clara Josephine mit Verweis auf Zetkin, Clara. Die entsprechenden Fundstellen werden im linken Frame sowohl bei Recherche nach Zetkin, Clara als auch bei der nach Zundel, Clara Josephine angezeigt.
Hinweis: Aufgrund der automatischen Gleichsetzung identischer Zeichenfolgen bei der Produktion der Register ist nicht auszuschließen, dass verschiedene Personen unter einem Namen zusammengefasst wurden.

KÖrperschaften
Körperschaften sind unregelmäßig angesetzt. Bei der Recherche sollte gegebenenfalls trunkiert werden. Beispiel: "%brockhaus" erfasst so "Brockhaus", "F. A. Brockhaus", "VEB Brockhaus" usw.
Ergänzend zur Recherche nach Körperschaften wird eine Suche im Sachstichwortregister empfohlen.
Körperschaften sind, sofern sie als aktenabgebende Behörde fungieren, über das Provenienzenregister erschließbar.
Die Archive selbst sind nicht über das Körperschaftsregister zu finden. Eine Recherche nach Archiven kann über den Hauptmenüpunkt Archiv (den Typ und den Sitz eines Archivs) bzw. über die Volltextsuche erfolgen.

Sachstichworte
"Sachstichwort" meint hier nur "Sachen", keine Orte, Personen etc. Die Sachstichworte wurden größtenteils so belassen, wie in den ausgewerteten Findmitteln vorhanden; teilweise wurden sie leicht bearbeitet. Synonyme wurden nicht zusammengeführt. Für eine Recherche müssen also mehrere Möglichkeiten in Betracht gezogen werden. Berufsbezeichnungen, die mit einer Person ("Beruf von") verknüpft sind, wurden in das Sachstichwortregister aufgenommen. Neben den Fundstellen erscheint eine Liste der mit dem jeweiligen Beruf verbundenen Personen.

Geographika
Dieses Register bietet verschiedene Informationszusammenhänge:

Publikationen
Hier handelt es sich um in den Findmitteln genannte Publikationen aller Art, wie sie in den archivischen Findmitteln verzeichnet waren. Eine bibliographische Überprüfung bezüglich Inhalt und Form der Angaben konnte nur ansatzweise geleistet werden. Zu beachten ist, dass die in den Findmitteln genannten Titel nicht unbedingt den realen Titel einer Publikation wiedergeben; oft sind es vom Archivar gebildete Kurztitel. Auch muss den sehr differierenden Schreibweisen des gleichen Titels Rechnung getragen werden.
Gleichnamige Publikationen wie beispielsweise häufig bei Zeitungstiteln wurden teilweise durch eine Ortsangabe spezifiziert.

Provenienzen
Hier handelt es sich um den Dokumenten entnommene Angaben zur Herkunft von Beständen (aktenabgebende Behörden, Nachlässe o. ä.). Diese Information ist nicht durchweg für alle aufgenommenen Bestände vorhanden. Die Fundstellen sind ausschließlich Bestände, keine Faszikel.

Multiregistersuche (kombinierte Recherche)

Es stehen drei Suchfelder zur Verfügung, die ausschließlich mit "UND" verknüpft werden. Die Recherche kann innerhalb eines Registers oder über drei Registerbegriffe aus drei unterschiedlichen Registern erfolgen. Suchbegriffe können trunkiert werden.

Volltextsuche

Die Volltextsuche erfolgt über die im Archiv aufgenommenen Dokumente, jedoch nicht über die Registereinträge.
Vom Bearbeiter gebildete Registerbegriffe, d. h. dem Findmitteltext hinzugefügte Erläuterungen (vgl. "Suche über Register"), entziehen sich einer Volltextsuche.
Alle Eingaben werden bei der Volltextsuche automatisch trunkiert.

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